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Bitburg

Für ein selbstbestimmtes Leben

RWi | 08.07.2014

Gelungene Informationsveranstaltung des Netzwerks „PRObudget" und der Regionalstelle des Zentrums für selbstbestimmtes Leben (ZsL) Bitburg.

Das Netzwerk ProBudget und die ZsL-Regionalstelle Bitburg haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen in Rheinland-Pfalz das persönliche Budget verständlicher und insgesamt noch bekannter zu machen. Mit Hilfe des ‚Persönlichen Budgets' (Sozialgesetzbuch - SGB IX ) sollen Menschen mit Behinderung selber über ihre Hilfen und Unterstützungen entscheiden. Sie können mit dem ihnen zustehenden Geld selbst bestimmen, wen sie für Hilfen beauftragen und bezahlen möchten.

Nach der Begrüßungsansprache von Edith Bartelmes (Leiterin der Regionalstelle des ZsL Bitburg-Prüm), die alle BesucherInnen und ReferentInnen herzlich willkommen hieß, hielt Joachim Kandels, der Bürgermeister der Stadt Bitburg, eine kurze engagierte Ansprache, in der er die Wichtigkeit des Themas Inklusion und Teilhabe sowie die Möglichkeiten des persönlichen Budgets hervorhob. Er berichtete weiter, dass er sich in seiner aktuellen Amtszeit umfassend diesem Themenbereich widmen werde, um die Chancen für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Anschließend sprach Monika Fink, MdL und Vorsitzende des Sozialausschusses des Eifelkreises Bitburg–Prüm. Sie berichtete, dass das Thema "gelebte Inklusion" ihr besonders am Herz liege und der Eifelkreis hier bereits gute Arbeit im Rahmen der Sozialraumplanung geleistet habe. Man sei nun dabei, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention voranzubringen. Dabei wolle sie weiterhin engagiert mitwirken.

Die Mitarbeiter des Netzwerks PRObudget, Gerlinde Busch und Johannes Schweizer, gaben Anfang Juli in den Räumen des Euro-BBW vor zahlreichen Besuchern eine Einführung in die verschiedenen Leistungen des persönlichen Budgets. Die ReferentInnen Gerlinde Busch und Johannes Schweizer vom Netzwerk PRObudget u. vom ZsL Mainz begannen mit einem Einstiegsreferat zum Thema „Persönliches Budget". Sodann stellten Monika Schuster, Amtsleiterin der Sozialabteilung des Eifelkreises Bitburg-Prüm und im Anschluss Alfred Simon, Reha-Berater der Bundesagentur für Arbeit Trier, die jeweiligen Antragsverfahren bis hin zur praktischen Umsetzung vor. Sie nahmen Stellung zu den Punkten: Was ist das Persönliche Budget, wer ist anspruchsberechtigt und wie ist der Weg, um ein Persönliches Budget zu erhalten? Beide Referenten erläuterten anschaulich anhand von Beispielen aus der Praxis die unterschiedlichsten Ansätze und Bedarfe von Budgetnehmern. Die Anwesenden nutzten interessiert und engagiert die Möglichkeit, fundierte und qualifizierte Informationen zum Themenkomplex Persönliches Budget aus erster Hand bekommen zu können.

Eine junge Frau schilderte ihre Situation, in die sie und ihr Partner durch die schweren Unfallfolgen des Partners geraten sind und nun schon längere Zeit um geeignete Hilfen zur Wohn- und gesamten Versorgungssituation kämpfen. Sie äußerte, erstmals nachvollziehbare Erläuterungen und konkrete Schritte erfahren zu haben, die ihrem Partner und ihr weiterhelfen. Insgesamt wurde das komplexe Thema „Persönliches Budget" durch die Referenten facettenreich und nachvollziehbar aus ihrem jeweiligen Arbeitsschwerpunkten erläutert. Dabei gelang es den Vortragenden, die Fülle an Informationen verständlich und praxisnah an konkreten Beispielen aufzuzeigen. Dies wurde in der abschließenden lebhaften Diskussions-und Fragerunde immer wieder von Anwesenden positiv zurückgemeldet.

Extra: Mit Hilfe des ‚Persönlichen Budgets' (Sozialgesetzbuch IX ) sollen Menschen mit Behinderung selber über ihre Hilfen und Unterstützungen entscheiden. Sie können mit dem ihnen zustehenden Geld (Persönliches Budget) selbst bestimmen, z.B. wen sie wann für Hilfeleistungen engagieren möchten. Seit 01.01.2008 haben Menschen mit Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland einen Rechtsanspruch zur Gewährung von Leistungen in Form eines Persönlichen Budgets. Mit diesem Budget können die betroffenen Personen Unterstützung, Begleitung und Assistenz in verschiedenen Bereichen wie z.B. der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, Teilhabe am Arbeitsleben, Bildung und Freizeit, Wohnen und Haushalt erhalten. Damit können behinderte Menschen den „Einkauf" von Leistungen eigenverantwortlich, selbständig und selbstbestimmt regeln; sie werden Käufer, Kunden oder Arbeitgeber. Die betroffenen Menschen als Experten in eigener Sache können so selbst entscheiden, welche Hilfen für sie am besten sind sowie welcher Dienst und welche Person ihnen zu dem von ihnen gewünschten Zeitpunkt eine Leistung erbringt. Diese Entscheidungsfreiheit ermöglicht mehr Selbstbestimmung behinderter Menschen.

Das Bild oben zeigt die Referentinnen und Referenten. Foto: FF

 

Hier noch mal der Link zum o.g. Artikel aus dem Wochenspiegel:

http://www.wochenspiegellive.de/eifel/staedte-gemeinden/kreis-bitburg-pruem/bitburg/nachrichtendetails/obj/2014/07/08/fuer-ein-selbstbestimmtes-leben