Erfolgreiche Qualifizierung für den allgemeinen Arbeitsmarkt

Bitburg (kobinet) Vor zahlreichen Gästen fand vor kurzem die Überreichung der Qualifizierungsnachweise an junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in Bitburg statt. Die Absolventen durchliefen erfolgreich eine ambulante und individuell auf ihre Kompetenzen abgestimmte berufliche Qualifizierung und konnten im weiteren Verlauf durch das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Bitburg-Prüm in reguläre Arbeitsverhältnisse am allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte Ottmar Miles–Paul wies in seiner Ansprache darauf hin, dass das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Mainz e. V. mit seiner Regionalstelle Bitburg-Prüm als Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung das Ziel der Inklusion verfolgt. Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention soll jeder Mensch unabhängig von seinen Fähigkeiten als Individuum angenommen werden und an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können. Dies sei hier in Bitburg nachweislich gelungen.

Im Zentrum der Arbeit des ZsL in Bitburg stehe die Inklusion, also die umfassende Teilhabe behinderter Menschen in allen Lebensbereichen wie Wohnen, Arbeit, Bildung, Freizeit und Kultur. Die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, Wohnen und Leben mitten in der Gemeinde und gemeinsame Freizeitaktivitäten im regulären Sport- und Musikverein oder in der Kirchengemeinde vor Ort sollen nach Ansicht des Landesbehindertenbeauftragten Normalität werden.

Edith Bartelmes, Regionalstellenleiterin des ZsL Bitburg-Prüm sprach die Absolventen in ihrer Rede mit den Worten von Udo Lindenberg an: "Und ich mach mein Ding, egal was die anderen sagen, ich geh meinen Weg". Die Absolventen haben bewiesen, dass sie alle ihren ganz eigenen Weg gegangen sind, manches Mal gegen Schwierigkeiten und auch mit sich selbst kämpfen mussten und sich trotzdem nicht entmutigen ließen, so Edith Bartelmes. Sie merkte weiterhin an, dass die Entscheidungsfreiheit bezüglich des Arbeitsplatzes vor allem durch das Instrument des persönlichen Budgets möglich wurde und die erfolgreichen Absolventen dies zur Verwirklichung ihrer beruflichen Wünsche für sich genutzt haben.

Hier zeigte Edith Bartelmes besonders die Unterstützungsleistungen zur Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt, der Agentur für Arbeit auf: die "Individuelle betriebliche Qualifizierung" analog der "Unterstützten Beschäftigung", sowie auf das "Budget für Arbeit" des Landes Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit der kommunalen Eingliederungshilfe des Eifelkreises Bitburg-Prüm.

Herr Lentes, 2. Beigeordneter des Eifelkreises Bitburg-Prüm in Vertretung für Landrat Dr. Joachim Streit, erwähnte in seiner Rede, dass es ganz besonders wichtig sei, gute Partner zu haben. Hier sei es dem ZsL in der Region gelungen, ein gutes Netzwerk aufzubauen und ein verlässlicher Partner für Menschen mit Behinderungen, Arbeitgeber, die Arbeitsagentur und den Eifelkreis zu sein. Besonders hervorzuheben sei dabei das Engagement und die gute Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, die die individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen des persönlichen Budgets ermöglicht und unterstützt. Das ZsL Bitburg hat mit dem Projekt Jobbudget zunächst als Teil eines bundesweiten Modellprojektes im Eifelkreis Menschen mit Behinderungen den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht. Um neue Wege zu gehen, benötigt man einerseits Menschen mit Behinderungen, die sich trauen, andererseits auch Arbeitgeber, die den Menschen mit Behinderungen etwas zutrauen. Um dies zu koordinieren ist ein Anbieter, der für beide Seiten als Ansprechpartner fungiert und vor allen Dingen die Menschen qualifiziert, erforderlich.

Mit Hilfe des ZsL in Bitburg werden Praktika und schließlich Dauerarbeitsplätze in Betrieben gesucht und begleitet, die schrittweise Qualifizierung am Arbeitsplatz und die intensive Arbeitsbegleitung sind der Schlüssel zum Erfolg.

Herr Wagner, Reha-Teameiter der Agentur für Arbeit gratulierte ebenfalls den qualifizierten jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und wies ausdrücklich auf die gute Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit, deren Reha-Beraterinnen und Berater, den Budgetnehmern und dem Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Bitburg-Prüm hin, die für solche erfolgreichen Verläufe eines Qualifizierungsangebotes wichtig seien.

Die Überreichung der Qualifizierungszertifikate durch Herrn Miles-Paul, Herrn Wagner und Vertreterinnen und Vertreter der Agentur für Arbeit und Frau Schuster sowie Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm wurde von den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen als besondere Anerkennung mit Freude und berechtigtem Stolz angenommen. Abschließend erklärte Edith Bartelmes, "Ich bin sicher, dass diese erfolgreichen jungen Menschen die heute ihre Qualifizierungsnachweise erhalten, vielen Leuten Mut machen, neue und selbstbestimmte Wege zu gehen, um sich ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten.“

cm

 

Den Link zum gleichen Artikel in den kobinet-Nachrichten vom 14.10.2012 finden Sie hier:
Link zum Artikel auf Kobinet


Ein Beispiel zu gelungener Inklusion...

...auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durch das ZsL in Bitburg/Prüm zeigt der folgende Film, in dem das "Budget für Arbeit" zum Zuge kommt. Klicken Sie nach dem Aufrufen des nachstehenden Links auf den Beitrag "Budget für Arbeit" oben rechts im Hauptfenster der sich öffnenden Seite von SAT 1.

Link zum TV-Beitrag von SAT 1 zum Budget für Arbeit

 

Zwei weitere Beispiele für eine gelungene Arbeitsmarktintegration...

...behinderter Menschen finden Sie im folgenden. Ina Leyendecker und Ugur Toprak sind dabei die beiden AkteurInnen, die von den MitarbeiterInnen der Regionalstelle Bitburg/Prüm in Arbeit vermittelt werden konnten, und die neben 5 weiteren DarstellerInnen im Film "Jetzt komme ich!" zu sehen sind. Hier geht es zum Film "Jetzt komme ich!". Frau Leyendecker ist dabei im vierten Film zu sehen, Herr Toprak im siebten Film.